Was ist Philosophie?
"Philosophie ist die Wissenschaft, über
die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben."
(Carl Friedrich von Weizsäcker). Denn philosophieren
ist einfach nachdenken, reflektieren, mit den
Mitteln der Logik analysieren. "Philosophie
ist der methodische und beharrliche Versuch, Vernunft
in die Welt zu bringen." (Max Horkheimer,
1895-1973).
Was vernünftig ist, ja selbst, was logisch
zwingend ist, darüber gehen die Meinungen
weit auseinander, und es ist spannend, den Streit
über die Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte
zu verfolgen. Dabei kann man feststellen, dass
eigene Gedanken schon viel ausführlicher
durchdacht wurden, besser formuliert wurden, und
Gegenargumente existieren, an die man noch nie
gedacht hat.
Philosophen haben den Ruf, weltfremde Träumer
zu sein, die sich unverständlich ausdrücken.
Wieso sie zu diesem Image kommen, ist nicht ganz
klar, denn es gilt: "Philosophie und Erfahrung
dürfen nie einander verachten noch ausschließen;
sie leisten einander gegenseitige Bürgschaft."
(Carl von Clausewitz, 1780-1831, (erfolgreicher)
Gegner Napoleons, Stratege).
Es gibt zwar einige wenige berufliche Philosophen
(Universitätslehrer, AHS-Professoren,...),
aber eigentlich philosophiert jeder Mensch, und
die bedeutendsten Philosophen sind oft in ganz
anderen Berufen tätig (Physiker: Newton,
Bohr, Hawking, Capra, ... / Mediziner: Avicenna,
Paracelsus, .../ Biologen: Monod, Lorenz, Maturana,
.../ Psychologen: Freud, Watzlawick, ...). Denn
die Philosophie ist die Mutter aller Wissenschaften,
sie stellt Fragen, die noch nicht beantwortet
werden können. Das trägt ihr den Vorwurf
ein, ein leeres Herumgerede zu sein, bei dem am
Ende nichts herauskommt. Wenn aber eine Methode
gefunden wird, um eine Frage zu beantworten, entsteht
eine Wissenschaft: Logik, Physik, Biologie, Psychologie,
Soziologie u.s.w. Und jeder fortschrittliche Geist,
der in seiner Wissenschaft Herausragendes leistet
und an die Grenzen seiner Wissenschaft stößt,
betreibt automatisch Philosophie ...
(Michael Wildauer)
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