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E.cht
G.emein, die Neutralität…
Dass
die österreichische Neutralität der
Regierung ein Dorn im Auge ist, wird angesichts
der großen Sympathie der Regierung für
den Beitritt zur EG deutlich.
Sowohl
die SPÖ, als auch die ÖVP und die FPÖ
zeigen sich im Gegensatz zu den Grünen und
der KPÖ EG-freundlich. Auch für die
Industrie und die Wirtschaft allgemein würde
der EG-Beitritt Vorteile bringen.
Wie
praktisch, dass sich die Papier- und Textilindustrie
längst den Brüsseler Erfordernissen,
Normen und Vorschriften angepasst hat. Die Umstellung
wäre demnach kein Problem.
Wie
schade, dass die Wirtschaft uns jedoch alle betrifft:
Zwar gehen über 60% der Ausfuhren schon jetzt
an die Länder der EG, doch würde sich
der EG-Beitritt negativ auf die Landwirte (Bauern),
die Banken und Versicherungen, den Dienstleistungssektor
und eine ganze Reihe eher kleinerer Betriebe auswirken.
Schön,
dass sich die Konsumenten im Falle eines Beitritts
freuen dürfen, wenn die landwirtschaftlichen
Produkte (Milch, Getreide,…) billiger werden,
wenn die Bauern gezwungen sind, sich dem niedrigen
Preisniveau der EG-Länder anzupassen.
Auch
um sich gegenüber der (großen!) Konkurrenz
behaupten zu können.
Letzteres
wird sich noch bei Banken und Versicherungen bemerkbar
machen, da sie ihre Zinsen senken müssten,
um sich vor zu viel Wettbewerb zu schützen.
Der Konkurrenzkampf wäre enorm, ähnliches
gilt auch für kleinere Betriebe, die sich
kaum erhalten könnten. Scheinbar sind diese
Makel spurlos an der Regierung vorbeigezogen.
Das scheint weder einem Franz Vranitzky (SPÖ),
noch einem Alois Mock(ÖVP) (unbewusst?) bewusst
zu sein.
Bei
den oben genannten Einschränkungen kann man
dem Slogan „Geht´s der Wirtschaft
gut, geht´s uns allen gut“ nun wirklich
nicht zustimmen.
Dass
mehr als 50% der Österreicher, die für
einen EG-Beitritt sind, eine Sonderstellung innerhalb
der EG erwarten, lässt sich entweder mit
einer gehörigen Portion Naivität oder
dem Hang zum Irrealen erklären. Dass der
EG-Beitritt auf jeden Fall einen Beschnitt der
Neutralität darstellt, fällt ebenfalls
unter das "Ich-will-es-nicht-sehen"-Syndrom
(Iwens-S) der Politiker.
Soll
man die Aussage von Kanzler Vranitzky: "Wir
bereiten jetzt Schritt für Schritt unser
Verhältnis zur EG vor" als "Wir
entsorgen die österreichische Neutralität
Schritt für Schritt in homöopathischen
Dosen" verstehen?
Ausgehen
wird es wahrscheinlich wieder so, dass die "GROßEN"über
die "kleinen" hinweg bestimmen werden,
wir uns also bald zu den EG-Ländern zählen
dürfen (müssen!!).
Als
kleiner Trost bleibt, dass es immerhin "nur"
die Wirtschaft betrifft, in der ebenfalls die
Großen (EG-Länder) über die kleinen
(Österreich) bestimmen werden. Aber solange
das Ganze nicht auf eine politische Ebene geht,
und die EG nicht EU ( ) heißt, können
wir uns entspannen.
Von Jinny Xin
& Desirée Drössler
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