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Mai 1988 - Innenpolitik

28. Mai 1988: VOEST-Manager sollen auf vierzig Prozent ihrer Pension verzichten!


Wien/Linz. - Die kleinen VOEST-Arbeiter, denen man die Firmenpensionen gestrichen hatte, sind erbittert: Seit einem halben Jahr warten sie darauf, dass auch die Pensionen der VOEST- Manager gekürzt werden. Tatsächlich hat der VOEST- Aufsichtsrat Mitte Mai die Direktoren aufgefordert, freiwillig auf 40% ihrer Pensionen zu verzichten.


Die VOEST zahlte jährlich 730 Millionen Schilling an Pensionsleistungen, die den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen sollten:

Bei den 23.000 kleinen VOEST- Pensionisten, die jährlich 600 Millionen Schilling an Zusatzpensionen bekommen hatten, war die Streichung relativ einfach, weil es sich um freiwillige Sozialleistungen handelte.

Doch bei den VOEST- Managern, denen pro Jahr rund 130 Millionen an Pensionsgeld zustehen, erweist sich das verfrühte Kürzungsversprechen als schwierig, da diese Pensionen vertraglich abgesichert sind.

Deshalb forderte der VOEST- Aufsichtsrat am 29.April die früheren Manager auf, freiwillig auf 40% ihrer Ruhestandgenüsse zu verzichten. Die Briefe um Stellungnahme wurden erst Mitte Mai versandt, sodass noch keine Reaktion der Pensionisten bekannt ist. Wenn die Ex-Manager nicht bereit sind, ihre Pensionen auf 60% herunterdrücken zu lassen, gebe es nur noch einen Ausweg: Es müssten bei den pensionierten Grazer Politikern, die dank Mehrfachfunktionen ihren Ruhestand durch Millionen verschönern konnten, eine gesetzliche Kürzung erfolgen.

FPÖ- Chef Haider meinte dazu:“ Wenn 23.000 kleinen VOEST- Mitarbeitern die Treueprämie gestrichen wird, dann ist es nicht zu akzeptieren, dass die Blindgänger in der Vorstandsetage weiter Pensionen in Superhöhe beziehen dürfen“.

Von Jank Gisela, Marc Sturmlechner


 


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