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Mai 1988 - Innenpolitik

3. Mai: Kanzler steht nicht unter dem Glassturz


Fischer oder Kukacka, wer wird sich bei dem neuen Wahlrecht durchsetzen?


SP- Klubobmann Heinz Fischer irre sich, wenn er glaube, dass der Bundeskanzler unter einem Glassturz stehe. Damit reagierte VP-Generalsekretär Helmut Kukacka auf Angriffe des SP- Klubchefs, der kritisiert hatte, dass Kukacka zwar kaum an Verhandlungen teilnehme, aber laufend Zensuren den Bundeskanzler betreffend austeile. Wenn dahinter eine Strategie stecken sollte, "werden wir das nicht reaktionslos hinnehmen", sagte Fischer.

Speziell Kukackas neues Wahlrechtsmodell mit 25 Wahlkreisen hatte es Fischer angetan. Das sei mit der Opposition, aber auch mit dem Koalitionspartner nicht abgesprochen. Im Arbeitsübereinkommen seien achtzig bis hundert Wahlkreise angepeilt worden, aber nun ein Modell mit 25 Wahlkreisen zu propagieren, sei keine Lösung, zumal man darüber noch nicht geredet habe, kritisierte Fischer.

Kukacka meinte dazu, Fischer gehe in seiner Kritik nicht auf die Inhalte ein, sondern weiche auf Stilfragen aus. Und weil nach Fischers Gefühl die VP zu eilig in Richtung EG unterwegs ist, lud Kukacka seinen Kritiker ein, „auf den Zug in Richtung EG aufzuspringen und nichts als Bremser, Kräfte zu vergeuden.“



Von Gisela Jank, Marc Sturmlechner











 


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