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Mai 1988 - Chronik

GÄNSEBLÜMCHEN UND WEIHNACHTSGANS


18 Tote und eine Hochzeit



Wien. 21. September 1987. Schrebergartensiedlung.

Der elfmal vorbestrafte Ex-Häftling Walter S. tötete Theodor J.

Ebenfalls Ex-Häftling, aber nur viermal vorbestraft.

Mit den Worten "Auf dich hob i scho lang an Pick, du Mörder", rammte Herr S. Herrn J. ein Küchenmesser in den Bauch.

Neben Herrn J. hatte es sich zuvor Frau Z. gemütlich gemacht.

Heute heißt sie Frau S. Sie hat geheiratet. Herrn S..

Da sie jetzt die Frau von Herrn S. ist, erspart sie sich eine Zeugenaussage. Sie gilt als befangen.

Herr S. hatte Herrn J. grundlos getötet. Dafür darf er jetzt zwölf Jahre im Gefängnis sitzen.

Nach seiner Tat zeigte Herr S. die Tatwaffe seinen Bekannten mit den Worten "Da schauts her, i hab eam hamdraht."

Diese wussten nichts weiter zu erwidern als "Du bist ja deppert." und "Kum Walter, rauch ma noch a Zigarettn, bevor die Polizei do is."

Anderes Land (Amerika), anderer Herr S. Herr Ronald Gene S.

Er tötete nicht einen, sondern 16 Menschen. Darunter 14 Familienmitglieder, eine Sekretärin und einen Mann. Den Mann hatte er zufällig erwischt. Und das in der Weihnachtszeit.

Bis jetzt wurde Herr S. wegen dem Mord an der Sekretärin und an dem Mann zum Tode verurteilt. Und zu 147 Jahren Gefängnis.

Er bat das Gericht aber, sofort die Todesstrafe zu vollziehen. Um seinem Schmerz ein Ende zu bereiten, versteht sich.


Von Hanna Mayrhofer, Michaela Farkalits

 


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