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Gipfel
USA – UdSSR
Reagan
besucht Gorbatschow
Der
amerikanische Präsident Ronald Reagan wird
den Kreml-Chef Michail Gorbatschow in Moskau besuchen,
zu einem am 29.5. beginnenden Gipfel der Supermächte.
Die beiden werden fünf Mal zu Gesprächen
zusammenkommen.
Es
sollen offene Fragen des Vertrages über die
Abschaffung der landgestützten Mittelstreckenraketen
(INF) besprochen werden. Der Austausch der Ratifizierungsurkunden
ist allerdings unwahrscheinlich, da im amerikanischen
Senat ein großer Widerstand gegen das Abkommen
besteht.
Außerdem
wird eine Zwischenbilanz der Verhandlungen über
die Halbierung der strategischen Raketen-Arsenale
gezogen werden.
Laut
sowjetischen Informationen wird Gorbatschow auch
die Frage über ein Verbot chemischer Waffen
anschneiden.
Das
Zentralkomitee der KPdSU billigte einen Entwurf
für eine Reform der Partei, in dem ihr mehr
Demokratie empfohlen wird. Die
angestrebten
Reformen beinhalten die Begrenzung der Amtszeiten
von Politikern und mehr Einfluss für gewählte
Gremien. Außerdem wird in dem Papier eine
Teilschuld der UdSSR am Wettrüsten eingestanden.
Reagan
will diese Reformvorhaben Gorbatschows unterstützen.
Der als fanatisch-antikommunistisch bekannte Politiker
forderte Gorbatschow kürzlich in einer Rede
in Helsinki dazu auf, "die demokratischen
Grundlagen des Westens in der UdSSR in die Tat
umzusetzen." Er betrachte den Kreml-Chef
als "echten Freund, mit dem man ohne persönliche
Feindseligkeiten reden und miteinander streiten
kann."
Reagan,
dessen Ansehen unter der Bevölkerung der
UdSSR nicht allzu hoch ist, will bei seinem Besuch
in Moskau möglichst viele Sowjetbürger
treffen, unter anderem wird er eine Rede vor Universitätsstudenten
halten. Diese wird die klare Aufforderung an das
Regime enthalten, sich mehr zu öffnen und
Bücher, Filme und andere Informationsträger
ins Land zu lassen.
Eine
Pressekonferenz wird Reagan nicht geben, um in
politischen Fragen nicht ins Stolpern zu geraten.
von Miriam Göritzer
u. Julia Pulgram
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