Autostereogramme Teil 1
Das Prinzip der Autostereogramme wurde schon vor
1900 zufällig entdeckt und beschrieben. Ein
Mann, der mit einer fiebrigen Erkältung im
Bett lag, starrte mit unkonzentrierten Augen die
Blümchentapete an der Wand an.
Dabei schienen ihm die kleinen Blümchen, die
in waagrechten Reihen angeordnet waren, aber in
unterschiedlichen Höhen unterschiedliche
Abstände zueinander besaßen, plötzlich
nach hinten in die Tiefe zu wandern.
Der Grund war rasch gefunden: kleinere waagrechte
Abstände bedeuten für das Gehirn einen
größeren Tiefenabstand, da entfernte
Gegenstände kleiner sind als nahe. Warum
erkannte hier das Gehirn den wahren Grund nicht
und ließ sich täuschen? Weil die Abstände
der Blümchen zueinander so war, dass jedes
Muster Informationen für beide Augen zugleich
lieferte. Dieses Prinzip besprechen wir im Unterricht
noch genauer.
Für einen ersten Eindruck genügt das
Programm tapete.pyw.
Ein Erzeugnis ist

Wir können den Eindruck vielleicht noch verbessern,
wenn wir hinten liegende Muster auch etwas kleiner
darstellen:

Erweiterung: Statt der Kreis-Blümchen kannst
Du auch PhotoImages einfügen, oder auch pixelgenau
platzierte Textzeichen. Oder Herzchen für
eine Geburtstagskarte? Man kann natürlich
auch mit Zeichenblatt und Pinsel arbeiten, wenn
man nur GENAU gleiche Muster in unterschiedlichen
Abständen malt. Faustregel: maximaler waagrechter
Abstand der Muster ist gleich dem halben Augenabstand
des Betrachters (die 2.5 Zoll, die in allen unseren
Programmen auftauchen), also etwa 3 Zentimeter.
Innerhalb jeder Zeile ist der Abstand gleich,
'weiter hinten' bedeutet eine Verkleinerung dieses
Wertes.
ASCII-Stereogramme
Warum müssen es Blümchen sein? Im einfachsten
Fall sind doch auch normale Buchstaben ausreichend,
solange sie ein regelmäßiges Muster
bilden.
'Hinten liegend' bedeutet dann eine Verkürzung
des Musters gegenüber dem im Vordergrund.
Mit dem Programm ascii_stereo.py
können wir experimentieren. Die Buchstaben
werden zufällig gewählt, wobei zur optischen
Auflockerung einige Leerzeichen eingestreut werden.
Da unser Muster nur etwa 10 Zeichen lang sein
kann, sind natürlich nicht viele Tiefenstufen
möglich (3 bis 4 sind gut betrachtbar). Kleinere
Schriftarten erlauben klarerweise längere
Muster (im Bereich des halben Augenabstandes)
und mehr Tiefe. Der Zeichensatz muss aber unbedingt
nicht-proportional sein!
Die Tiefeninformation können wir in diesem
Programm auf zwei Arten angeben. Entweder zeichnet
man sich im Grafikprogramm ein einfaches Graustufenbild
und skaliert die Größe auf etwa 70
mal 30 Pixel (jedes Pixel entspricht einem Buchstabenplatz)
herunter, oder man erstellt eine gewöhnliche
Textdatei, die diese Tiefeninformation in Form
von Ziffern enthält. Hinweis: Zur Stabilisierung
der Betrachtung beginnt jede Zeile links mit einem
vollen Muster, dadurch wird alles etwa 10 Buchstaben
breiter als die Vorlage. Unser Programm kann GIF-Tiefenbilder
verrbeiten und diese auch als Textdatei abspeichern.
Ein Beispiel als GIF

oder als Text
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Das Ergebnis im Tk-Canvas:

Wenn man dieses Bild mit 'auf unendlich' eingestellten
Augen anstarrt, erscheint obige Tiefeninformation.
Erweiterung: Ähnlich der Technik. die wir
bei den texturierten Autostereogrammen verwenden,
könnten wir auch hier mit dem Muster in der
Mitte beginnen und uns nach außen vorarbeiten.
Da auf diese Weise die mittlere Buchstabenfolge
(so sie abwechslungsreich genug ist) beliebig
vorgegeben werden kann, besteht die Möglichkeit,
in der Bildmitte lesbare Texte einzubauen!
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