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Wackelbilder (Wiggle Stereoscopy)

Wackelbilder - das Prinzip

Diese Bilder sind eine ganz seltsame Spielerei. Wir bieten beiden (!) Augen beide (!) Bilder an. Aber nicht gleichzeitig, sondern immer wieder abwechselnd nacheinander.

Wir erhalten damit nicht wirklich einen guten 3D-Effekt, doch unser Gehirn denkt sich einige Tiefeninformationen dazu und lässt das Ganze bei geeigneten Bildern recht 'rüumlich' erscheinen. Besonders bei sehr tiefen Räumen klappt das, wenn die Kamerapositionen realistisch gewählt wurde.

Bezüglich POV-Ray: Ich habe nicht ausprobiert, ob in diesem Fall unsere Parallelverschobene Kamera ideal ist, oder doch eine Drehung zum 'look_at-Punkt' ausgeführt werden sollte. Experimentiere selbst

Wackelbilder - welches Programm kann sie anzeigen?

Du verwendest soeben ein geeignetes Programm - den Browser.

Die Firma Sun hatte für ihren Netscape-Browser die Idee, eine Möglichkeit zur Anzeige animierte Bildchen zu schaffen. Dazu erweiterte sie das bekannte GIF-Bildformat, das die Speicherung mehrerer Bilder in einer einzigen Datei erlaubt (Tagged File Format) um eine Einstellungsmöglichkeit zum Auswechseln dieser Teilbilder. Man kann die Dauer einstellen, wie lange ein Teilbild gezeigt wird, kann 'endlos wiederholen' und die Bilder und Farbpaletten optimieren (das ist uns aber egal).

Somit kann heute jeder Browser GIF-Animationen anzeigen und abspielen (außer es wurde in den Browsereinstellungen untersagt um Rechenleistung zu sparen und optischen Schnickschnack zu ignorieren). Mit Flash und ähnlichen Methoden klappt es natürlich auch, man braucht aber zusätzliche Plugins.

Wackelbilder - wie bastle ich sie?

Ich zeige Dir den Weg mit unserem Gimp.

Du holst wie gewohnt die zwei Bilder als Ebenen ins Programm. Die Reihenfolge ist egal. Dann verschiebst Du eine Ebene (Deckungsgrad der oberen Ebene auf 50%) waagrecht, sodass sich die Objekte in der Bildebene decken. Dann schneidest Du die entstandenen Ränder ab (Leinwand auf die Auswahl zuschneiden). Deckung wieder auf 100% stellen.

Nun ganz einfach 'Datei speichern unter', und als Zielformat 'gif' einstellen. Dann erscheint ein Dialog, ob man die Ebenen zusammenführen, oder eine Animation erstellen möchte. Das tut der Gimp immer, wenn ein Gif-Bild mehrere Ebenen enthält. Wir wählen selbstredend 'Animation'. Das mit den indizierten Farben ist ok, wir bleiben bunt.

Ich habe dann noch 250 Millisekunden (4 fps) eingestellt und eine unendliche Schleife gewählt. Fertig.

Für die Framerate gibt es keine Vorschrift. Zu schneller Wechsel ergibt nur mehr ein Flackern und erhöhte Prozessorlast, zu wenige ergeben keinen Tiefeneindruck mehr.

Mein Kettenmodell ist nicht unbedingt das ideale Objekt, Szenen mit mehr Rauminformation sind geeigneter - aber das ist entstanden:

 

 

 

Du erkennst, dass die Bildeben zuerst vorn, dann in der Mitte, dann hinten lag. Die Zeiten hab ich zum Vorzeigen verringert und auch die Ränder verändert. Da das GIF-Format nur 256 Farben aufnehmen kann, entstehen bei Farbverläufen Artefakte. Bunte Hintergründe helfen sehr (wie auchoptimierte Paletten für beide Bilder gemeinsam).

 

Alternativ: vertikales Wackeln

Wenn Du an einem Objekt vorbeigehst, bewegt sich Dein Kopf leicht nach oben und unten. Du bist also auch daran gewöhnt, räumliche Objekte in einer 'vertikalen Schwingung' zu betrachten.

Lassen wir aber besser den Beobachter fest und das Bild wackeln - ich habe einfach in POV-Ray die Kamera in 5 Positionen senkrecht verschoben, dann mit dem Gimp die Einzelbilder über der Mitte zur Deckung gebracht und mein Werk als GIF-Animation abgespeichert.

Voilà!

VerticalWiggle